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Tyrannisches Kind? Hilf Deinem Alphakind und Dir!

Die “Chef-Haltung” kann ja, besonders bei kleinen Kindern, ausgesprochen niedlich wirken.

Alphakind

Und natürlich ist es gut und richtig, dass ein Kind in sich und seine Kraft vertraut und versucht, Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Wo ist dann das Problem?

Das Problem ist, dass ein Kind, um sich gut entwickeln zu können, einen geschützten Raum braucht, der von den Erwachsenen in seinem Leben gehalten wird. In diesem Raum kann ein Kind sich sehr eigenständig und “groß-artig” Entscheidungen widmen, die seinen Kräften angemessen sind.

Welches Kleid ziehe ich meiner Puppe heute an?

Gehe ich mit dem roten oder dem grünen Schlafanzug ins Bett? Wie kriege ich den Nagel in das Brett gehauen? Welche Kräuter pflücke ich für mein Kaninchen? Oder auch: Welchen Avatar wähle ich in dieser Runde meines Computerspiels?
Das sind alles Entscheidungen, die dem Überblick des Kindes angemessen sind.

Aber: Was gibt es heute zu essen? Wohin fahren wir am Wochenende? Ab wann gehe ich, wenn, in den Kindergarten, in die Schule, und in welche? Wie oft fahre ich mit dem Karussell? Was für ein Auto kauft Mama sich jetzt? Wie kann ich Papa aufheitern? Wie schaffe ich es, dass Mama und Papa zusammenbleiben? Welchen Film schauen wir heute abend? In welchem Land leben wir?

Das sind Entscheidungen, die nicht im Verantwortungsbereich des Kindes liegen (sollten). Das bedeutet nicht, dass wir das Kind und seine Wünsche und Bedürfnisse nicht berücksichtigen.

Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen

Im Gegenteil, es ist unsere Verantwortung, unser Kind genau zu beobachten, seine Ansichten und Wünsche zu hören und ernstzunehmen, und unsere Entscheidungen im Einklang mit seinen Bedürfnissen zu treffen. Aber es sollten UNSERE Entscheidungen sein, für die wir die Verantwortung übernehmen, anstatt “Du wolltest das doch unbedingt!”.

Denn nur dann hat das Kind den Frei-Raum, sich um seine kleinen Entscheidungen zu kümmern und an ihnen zu wachsen. Und das Kind spürt: Meine Erwachsenen haben die Welt für mich im Griff, ich bin sicher und geborgen.

Wenn wir unserem Kind zu oft vermitteln, dass es dafür verantwortlich ist, wie wir uns fühlen und was im Großen als nächstes geschieht, dann setzen wir bei unserem Kind ein Programm in Gang, das eigentlich Notfällen vorbehalten sein sollte.

In Notsituationen wachsen Kinder über sich hinaus.

Sie rennen los und holen Hilfe, wenn Mama von der Leiter gefallen ist und stöhnend am Boden liegt. Sie trösten Papa, wenn dessen Onkel gestorben ist und er traurig auf dem Sofa sitzt. Sie gehen ans Telefon.

Das ist wunderbar, und es sollte die Ausnahme bleiben. Denn Kinder, die ständig Verantwortung für Dinge übernehmen müssen, die eigentlich noch “zu groß” sind, lernen: Meine Bedürfnisse sind nicht dran, ich muss das Familienschiff steuern. Solche Kinder tragen die Lasten von Erwachsenen und sehen die Erwachsenen in ihrem Leben oft als ihre Schutzbefohlenen. 

Für solche Kinder fühlt sich jede Anweisung von außen falsch an, denn sie fühlen sich als Chef. Das ist anstrengend für die Erwachsenen – aber am anstrengendsten ist diese Rolle für das Alpha-Kind selbst, auch wenn es verzweifelt darauf beharrt.
Wenn Du bis hierher gelesen hast und Dir das alles sehr bekannt vorkommt, dann ist vielleicht mein Videokurs über Alphakinder was für Dich:

Tyrannisches Kind? Hilf Dir und Deinem Alpha-Kind

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