Ich wurde aus allen bayerischen Jugendherbergen verbannt.

Eigentlich hatte ich nicht vor, auf diesem Blog den Behinderungen und Ausgrenzungen, mit denen ich konfrontiert werde, Raum zu geben, denn es gibt ja viel Wichtigeres und Schöneres zu besprechen. Aber dieser Vorgang ist doch zu hanebüchen. Vom 6.-8. September findet mein vor-Ort-Treffen FREIGROSSWERDEN statt, doch leider nicht mehr in der schönen Jugendherberge in Possenhofen am Starnberger See. Hier der Text meiner Ausladung aus allen bayerischen Jugendherbergen:

Sehr geehrte Frau Neubronner,

hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen einen Aufenthalt in den bayerischen Jugendherbergen (in diesem aktuellen Fall die Jugendherberge Possenhofen) nicht ermöglichen. Wir haben die Sachlage eindringlich geprüft und darüber hinaus aus zuverlässigen Quellen erfahren, dass Sie bzw. der Verein „Frei groß werden“ einen Bezug zu einer politischen Vereinigung haben, die nicht unserem Satzungszweck entspricht. Bitte teilen Sie uns für die Erstattung der bereits geleisteten Anzahlung Ihre Kontoverbindung mit.

Mit freundlichen Grüßen

Referentin für Qualitätsmanagement und nachhaltige Unternehmensentwicklung
Fachbereich Vorstand

Ich habe dies geantwortet:

Sehr geehrte Frau …,

hiermit weise ich die in Ihrem Absage-Schreiben ausgesprochenen Unterstellungen zurück. Ihre Quellen scheinen doch nicht so ganz zuverlässig zu sein, denn weder ist mein entwicklungspsychologisches Fortbildungsprojekt FREIGROSSWERDEN  für Eltern und beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeitende Menschen ein Verein, noch stehe ich in Bezug zu irgendeiner politischen Vereinigung. 

Sie haben mir gestern auf meine telefonische Nachfrage mitgeteilt, dass ein von mir 2016 geführtes Interview zum Thema Steuerrecht deswegen zu meinem Ausschluss als Kundin des Bayerischen Jugendherbergwerkes führe, weil die beiden interviewten Gäste zum damaligen Zeitpunkt Mitglied der (weder damals noch heute verbotenen!) Vereinigung „Königreich Deutschland“ waren. Zum anderen sei allein die Tatsache meiner publizistischen Zusammenarbeit mit Jo Conrad von bewusst.tv hinreichend, um mich für die Jugendherbergen in Bayern zur unerwünschten Person zu machen.

Das entspricht in meinen Augen in keiner Weise dem in unserem Grundgesetz verankerten Recht auf freie Meinungsäußerung mit besonderem Schutz von Journalisten und Publizisten. Ich muss doch als Publizistin mit Menschen verschiedener Überzeugungen und Gesellschaftsgruppen sprechen können, erst recht, wenn die Vereinigungen, denen sie angehören, legal sind und sie legale Ansichten vertreten und ihre Ansichten auf legale, gewaltfreie Weise zu verbreiten suchen. Weder mir noch meinem Kollegen Jo Conrad sind bisher jemals verhetzende oder gewaltbefürwortende, ausgrenzende Aussagen zugeordnet worden. Allein die Tatsache, dass ich mich journalistisch auch mit ungewöhnlicheren Themen und Personen befasse, sollte im Rahmen der garantierten Meinungsfreiheit doch nicht zu einer derartig massiven Ausgrenzung führen.

Es betrübt mich sehr, dass Sie in Ihrer verantwortungsvollen Position dem sich ausbreitenden Druck einer immer enger gefassten „political correctness“ so bereitwillig nachgeben. In einer Zeit, in der anonyme Verleumdungsportale wie Psiram die Macht besitzen, einfach nur mit übler Nachrede berufliche Existenzen zu zerstören, wäre der verantwortliche freiheitliche Geist von so traditionsreichen Institutionen wie den Jugendherbergen ein ganz besonders schützenswertes Gut.

Ich bedaure Ihre Entscheidung von ganzem Herzen und wünsche mir und Ihnen, dass auch Sie sich auf die (zu Recht als wichtige Errungenschaft grundgesetzlich geschützte) Meinungsfreiheit und Vielfalt besinnen, anstatt der sich verschärfenden Ausgrenzung, Abwertung, ja Ächtung Andersdenkender in Ihrer Institution weiter Raum zu geben. Wir sind doch alle Menschen, die nach Lösungen suchen, und unsere Demokratie lebt vom lebendigen und auch kontroversen Austausch.
Bitte erstatten Sie mir meine Anzahlung auf mein Konto …
Mit freundlichen Grüßen Dagmar Neubronner

7 comments
  1. Liebe Dagmar,
    ich finde es schade, dass du wieder die Willkür des „Systems“ ausbaden darfst, aber ich vermute, das die Angst vor Menschen, die Dogmen hinterfragen und ihren gesunden Menschenverstand nutzen, einfach zu groß ist. Die mediale Gehirnwäsche scheint ja nicht bei allen zu greifen und es gibt auch keine „Schutzimpfung“ gegen freies Denken, obwohl die Ansteckungsrate durch Menschen wie dich, deutlich steigt.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute, ständig wachsende Unterstützung von allen möglichen Seiten, den Mut deinen Weg weiter zu gehen und dich nicht verbiegen zu lassen.
    Alles Liebe
    Karin

  2. Liebe Dagmar
    Es tut mir leid, dass Du erneut auf Grund Deines bemerkenswert freien und differenzierten Denken und Handelns ausgegrenzt, ja eigentlich diesmal sogar volles Rohr diskriminiert wirst. Und das erneut bei Deinem großartigem Engagement für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
    Ich wünsche Dir, dass Du diese Widerstände weiterhin so souverän ertragen kannst und Deine scheinbar endlose Energie weiter für die Dinge einsetzt, die Du wichtig findest.
    Danke für Dein wertvolles Engagement. Ich lese Deine Beiträge sehr gern.
    Liebe Grüße

    1. Dagmar Neubronner

      Lieber Björn, herzlichen Dank, ich bekomme derzeit sehr viel positiven Zuspruch und Bestärkung, das tut gut. an Verleumdungen habe ich mich schon fast gewöhnt, trotzdem schmerzt es immer wieder, wenn Menschen meinen, mich verachten und ausgrenzen zu müssen und nicht merken, dass sie in Schubladen denken, die man ihnen einfach eingetrichtert hat.
      Besonders schade ist in diesem Fall, dass die Aktion der DJH vermutlich auf einen gezielten Hinweis aus meinem früheren beruflichen Umfeld zurückgeht.

  3. Liebe Frau Neubronner,
    betrübt stelle ich fest, was Ihnen trotz Grundrecht auf Meinungsäußerung und Austausch widerfahren ist. Das tut mir sehr leid. Ich hoffe das es noch eine positive Wendung geben wird, denn unser Grundgesetz hat es verdient weiterhin respektiert zu werden.
    Alles Gute wünscht Ihnen,
    ihr Thore Gronemeier
    Buxtehude

    1. Dagmar Neubronner

      Danke – allerdings „weiterhin“, naja, es ist ja nicht so, dass es bisher respektiert wurde und dies jetzt ein erstmaliger Ausrutscher war. ich bin sicher, dass es eine positive Wendung geben wird, für alle, die bereit sind, selbst die Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen, anstatt weiter auf Obrigkeiten und Institutionen zu hoffen. Ich werde meine Veranstaltung natürlich an anderem Ort abhalten – die bayerischen DJHs muss ich wohl zu meinem Bedauern ziehen lassen…

  4. Hallo Dagmar Neubronner , immer mehr Leute mit bewusster sozialer und demokratischer Einstellung werden gezielt durch politisch Kreise behindert mit Wahrheiten an die Öffentlichkeit zu treten . Fast immer handelt es sich in den Ablehnungen um den Vorwurf rechts – populistischer Beziehungen oder Äußerungen , deren Nachweise nie gebracht oder bestätigt werden . Hier wird gezielt aus dem Hinterhalt von linksradikalen Vereinigungen verleumdet .Lassen Sie sich nicht von ROT-Grüner Schikane abschrecken . Informieren Sie sich über Möglichkeiten des Handelns unter weberpeter.de Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Hans-Georg Sekulla

    1. Dagmar Neubronner

      Vielen Dank für den Hinweis!

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